Mit der Jahresgabe 2020 wählte der Förderverein des Archivwesens in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens ein außergewöhnliches Format. Erstmals erschien die Publikation als Kombination aus analogem Begleitheft und digitalem „Hörerlebnis“.
Anlass war das 75-jährige Bestehen des Belgischer Rundfunk, der dieses Jubiläum mit einer umfangreichen Sendereihe beging.
Die Sendereihe nahm jeweils ein Jahr der Rundfunkgeschichte in den Blick – von 1945 bis 2019 – und verband historische Rückblicke mit zeitgeschichtlichen Themen. Mitglieder des Fördervereins erhielten einen USB-Stick, der sowohl die Sendetexte als auch die zugehörigen Hörbeiträge enthält. Die Beiträge beschränken sich dabei nicht auf lokalhistorische Fragestellungen, sondern greifen lokale, regionale, nationale und internationale Ereignisse auf, stets aus der Perspektive Ostbelgiens.
Konzipiert und umgesetzt wurde die Sendereihe von einem interdisziplinären Autorenteam: dem Eupener Historiker Werner Miessen, dem Ehrenpräsidenten des Geschichtsvereins ZVS Klaus-Dieter Klauser, der Leiterin des Staatsarchivs in Eupen Els Herrebout sowie dem langjährigen BRF-Journalisten Frederik Schunck, der die Koordination und Endredaktion des Projekts übernahm.
Das dem USB-Stick beigefügte Begleitheft ergänzt die Audiobeiträge um einordnende Texte. Darin zeichnet Vitus Sproten die Entstehung und Entwicklung des Belgischen Rundfunks nach, der Ostbelgien und die angrenzenden Regionen seit 75 Jahren mit Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsprogrammen in deutscher Sprache versorgt. Den Abschluss bildet ein Beitrag zu den Chancen und Herausforderungen von Ton- und Bildquellen für die archivische Arbeit und die historische Forschung.
Die Jahresgabe 2020 verbindet damit Mediengeschichte, Zeitgeschichte und Archivpraxis in einem innovativen Format und eröffnet zugleich neue Zugänge zur jüngeren Geschichte Ostbelgiens.
