Das Buch „Gestorben für das Vaterland“ von Max Neumann untersucht die Kriegerdenkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in den Kantonen Eupen, Malmedy und Sankt Vith. Im Fokus steht die Frage, inwiefern die zwischen 1918 und 1940 errichteten Monumente sowohl die regionale Erinnerungskultur als auch den Identitätskonflikt der Ostkantone in der Zwischenkriegszeit widerspiegeln.
Das Gedenken in diesen drei Kantonen ist dabei nicht allein von Trauer geprägt. Es steht zugleich im Spannungsfeld einer Legitimationskrise, die aus dem Staatenwechsel nach dem Versailler Vertrag resultierte.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie der Tod ehemals deutscher Soldaten aus Eupen-Malmedy im Belgien der Zwischenkriegszeit patriotisch gedeutet werden konnte. Die Formel „mort pour la Patrie (belge)“ entsprach dabei nicht dem Selbstverständnis vieler Neu-Belgier, während eine Ehrung als „Gefallene für das deutsche Vaterland“ vom belgischen Staat nicht zugelassen wurde.
Auf Grundlage der Analyse von Lokalpresse sowie kommunalen und kirchlicher Archivbeständen werden die Besonderheiten des kollektiven Gedächtnisses der Ostkantone in der Zwischenkriegszeit herausgearbeitet. Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild des damaligen Erinnerungsdiskurses in Eupen-Malmedy zu zeichnen.