Der nachstehende Beitrag behandelt die Geschichte der NSDAP Malmedy zwischen 1940 und 1944. Er wurde im Rahmen der Inventarisierung der Akten der Organisationen durch das Staatsarchiv in Eupen erstellt. Ursprünglich enthält der vorliegende Text weiterführende Informationen und Fußnoten. Diese Informationen können in der Printversion des Inventars konsultiert werden.
Alle Akten, die mit der NSDAP Malmedy zu tun haben und sich im Staatsarchiv in Eupen befinden, können im Prinzip im Staatsarchiv in Eupen eingesehen werden. Es können für Teile der Akten auch anderslautende Bestimmungen in Bezug auf die Einsichtnahme existieren. Falls Sie weitere Informationen zu der Institution benötigen oder gerne Akten einsehen möchten, können Sie sich gerne an das Staatsarchiv in Eupen wenden: staatsarchiv.eupen@arch.be
GESCHICHTE DES ARCHIVBILDNERS UND DES ARCHIVBESTANDS
A. ARCHIVBILDNER
DIE HIERARCHIE DER NSDAP
In der Hierarchie des nationalsozialistischen Staates wurde die mittlere Organisationsebene zwischen den Kreisleitungen und der Reichsleitung mit dem Begriff „Gau“ bezeichnet. Die Bezeichnung hat allerdings schon seit dem 19. Jahrhundert im Vereinswesen und bei politischen Verbänden Deutschlands Verwendung gefunden. Seit 1936 erfuhren Gaue einen beständigen Zuwachs an Bedeutung und Funktion, sodass sie bis zum Ende des zweiten Weltkriegs wichtige regionale Machtträger der NSDAP bildeten. Seit 1932 waren sie in Kreise, Ortschaften, Zellen und schließlich, als kleinste Einheit, in Blöcke gegliedert.
Die annektierten Gebiete Ostbelgiens gehörten von 1940 bis 1944 zum Gau Köln-Aachen, dessen Sitz sich in Köln befand. Der Gauleiter dieser Region war vom 31.05.1931 bis zum März 1945 Josef Grohé, seine Stellvertreter Rudolf Schmeer (01.06.1931-31.08.1932) und nachfolgend Richard Schaller (Oktober 1932-1945). Neben Eupen war Malmedy einer der Landkreise des Gaus Köln-Aachen. Der Sitz der Kreisleitung befand sich in der Stadt Malmedy, wo es auch eine Ortsgruppe der NSDAP gab. Im Mai 1940 übernahm Gabriel Saal das Amt des Kreisleiters der NSDAP in Malmedy.
Der Kreis selbst war eine Organisationseinheit auf kreiskommunaler Ebene, die ihre Angelegenheiten selbst verwalten sollte. Das verwaltungsleitende Organ des Kreises war der Landrat. In Malmedy übte seit Mai 1940 Heinz Ehmke dieses Amt aus.
Da der Kreisleiter direkt mit der NSDAP verbunden war, der Landrat aber über die alleinigen Bestimmungsrechte im Kreis verfügte, sorgte 1939 ein Gesetz für die Neuordnung der Machtbereiche, sodass dem Kreisleiter als Parteimitglied nun die „Menschenführung“ überantwortet wurde, während der Machtbereich des Landrats sich auf die fachliche Verwaltung erstreckte.
Das Aufgabenspektrum der Kreise bezog sich vor allem auf die öffentliche Verwaltung der überörtlichen Angelegenheiten innerhalb eines Kreises und bestand aus übergemeindlichen, ergänzenden und ausgleichenden Aufgaben sowie der Kompetenz-Kompetenz. Somit waren sie unter anderem für Angelegenheiten der Gemeinden verantwortlich, die über das Gemeindegebiet hinausreichten, für Aufgaben, die Gemeinden mangels Zeit oder Personal nicht wahrnehmen können, und für den finanziellen oder organisatorischen Ausgleich, wenn Gemeinden zu viel belastet wurden. Außerdem konnten sie durch die Kompetenz-Kompetenz Gemeindeangelegenheiten ohne Abstimmung mit den Gemeinden zu Kreisaufgaben erheben. Aufgrund der Anwendung anderer Mittel zur Aufgabenübernahme und der Wahrung des Kreisfriedens wurde von dieser Möglichkeit jedoch kaum Gebrauch gemacht.
Die Aufgaben der Gemeindewaltungen unterhalb der Kreisebene bestanden aus zehn Kernaspekten: sie waren für die Gemeindepolizei, das Schulwesen, die Kultur- und Gemeinschaftspflege, das Fürsorgewesen und die Jugendhilfe, das Gesundheitswesen und die Volksertüchtigung, das Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen, die Wirtschaftsförderung, wirtschaftliche Betätigung sowie für die Finanz- und Steuerverwaltung zuständig. Im Verlauf des Krieges bestand die Hautaufgabe der Gemeinden allerdings immer mehr in der bloßen Sicherung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung sowie in der sogenannten „inneren Reichsverteidigung“, also z. B. der Raumbeschaffung für die Wehrmacht oder dem Luftschutz.ER NATIONALSOZIALISTISCHE LEHRERBUND
Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) war ein der NSDAP angeschlossener Verband. Er existierte schon seit 1926, seine offizielle Gründung erfolgte aber erst 1929 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg. Zu dieser Zeit zählte er nur 200 Mitglieder und besaß ein Programm, das sich hauptsächlich auf die nationalsozialistische Machtübernahme konzentrierte. Ab 1933 ersetzte er alle anderen Organisationen als alleiniger Lehrerverband. Der Sitz des NSLB befand sich in Bayreuth, wo sein Gründer und erster Reichswalter, Hans Schemm (1891-1935), sowie dessen Nachfolger, Fritz Wächtler (1891-1945), Gauleiter waren.
DER NATIONALSOZIALISTISCHE LEHRERBUND
Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) war ein der NSDAP angeschlossener Verband. Er existierte schon seit 1926, seine offizielle Gründung erfolgte aber erst 1929 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg. Zu dieser Zeit zählte er nur 200 Mitglieder und besaß ein Programm, das sich hauptsächlich auf die nationalsozialistische Machtübernahme konzentrierte. Ab 1933 ersetzte er alle anderen Organisationen als alleiniger Lehrerverband. Der Sitz des NSLB befand sich in Bayreuth, wo sein Gründer und erster Reichswalter, Hans Schemm (1891-1935), sowie dessen Nachfolger, Fritz Wächtler (1891-1945), Gauleiter waren.
Wie viele andere mit der NSDAP verbundene Organisationen war auch der NSLB nach dem Vorbild der Partei strukturiert, sodass er in absteigender Reihenfolge über eine Reichs-, Gau- und Kreisleitung verfügte, denen jeweils ein Leiter vorstand. Die Kreisleitung umfasste dabei das Gebiet mehrerer Ortsgruppen.
Schon am 18.02.1943, im Anschluss an den Ausruf des „totalen Krieges“ durch den Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, ließ Reichsleiter Martin Bormann das Amt für Erzieher und des NSLB unter Berufung auf einen Führererlass, der den Einsatz aller verfügbaren Kräfte zur Reichsverteidigung vorsah, stilllegen. Dies geschah unter der Annahme, dass die Aufgaben nach Gewinnen des Krieges wiederaufgenommen werden würden. Alle Gau- und Kreisämter mussten daraufhin geschlossen werden, dadurch unbeschäftigtes Personal und leerstehende Gebäude wurden direkt anderen Aufgaben zugeführt. Während seines gesamten Bestehens war der NSLB nie ein reibungslos funktionierender Verband, da er über eine komplizierte und teure Struktur und Verwaltung verfügte, die die zufriedenstellende Erfüllung seiner eigentlichen erziehungspolitischen Aufgaben unmöglich machte.
DER NATIONALSOZIALISTISCHE REICHSBUND FÜR LEIBESÜBUNGEN
Der Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) war ein von der NSDAP betreuter Verband. Er wurde 1938 von durch einen Erlass Hitlers gegründet und von Reichssportführer geleitet. 1939 wurde die Struktur des NSRL der NSDAP angeglichen, wodurch eine Unterteilung in Sportbereiche, Sportgaue, Sportbezirke, Sportkreise und Ortssportgemeinschaften stattfand. Die den einzelnen Bereichen vorstehenden Personen wurden Sportbereichs-, Sportgau-, Sportbezirks-, Sportkreis- und Ortssportgemeinschafts-führer genannt. Sportkreisführer Malmedys war Ferdinand Wiebecke, der gleichzeitig auch das Bürgermeisteramt der Stadt Malmedy und des Amts Bévercé bekleidete.
B. ARCHIVBESTAND
Der Bestand wurde gemäß dem Provenienzprinzip aus dem Bestand der Stadt Malmedy ausgesondert. Für die Einsichtnahme in diesen Archivbestand ist eine Sondergenehmigung erforderlich und muss eine Nachforschungerklärung ausgefüllt werden.