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Kreisbauernschaft Malmedy

Kreisbauernschaft Malmedy

Der nachstehende Beitrag behandelt die Geschichte der Kreisbauernschaft zwischen 1940 und 1944. Er wurde im Rahmen der Inventarisierung der Akten der Verwaltungen durch das Staatsarchiv in Eupen erstellt. Ursprünglich enthält der vorliegende Text weiterführende Informationen und Fußnoten. Diese Informationen können in der Printversion des Inventars konsultiert werden.

Alle Akten, die mit der Kreisbauernschaft Malmedy zu tun haben und sich im Staatsarchiv in Eupen befinden, können im Prinzip im Staatsarchiv in Eupen eingesehen werden. Es können für Teile der Akten auch anderslautende Bestimmungen in Bezug auf die Einsichtnahme existieren.

Falls Sie weitere Informationen zu der Institution benötigen oder gerne Akten einsehen möchten, können Sie sich gerne an das Staatsarchiv in Eupen wenden: staatsarchiv.eupen@arch.be

ARCHIVBILDNER
Kreisbauernschaften wurden ab 1933 in Deutschland und ab dem 28./29. Mai 1940 in den annektierten belgischen Gebieten eingerichtet. Mit ihrer Gründung wurden alle bestehenden landwirtschaftlichen Vereine und Genossenschaften aufgelöst. Die Kreisbauernschaften, denen ein Kreisbauernführer vorstand, gehörten zum Reichnährstand. Dieser glich in seiner Struktur der NSDAP, sodass die Reichsbauernschaft Kreis-, Bezirks- und Ortsbauernschaften umfasste. Bezirks- und Ortsbauernschaften waren den Kreisbauernschaften untergeordnet und bildeten zugleich die untersten Verwaltungseinheiten des Reichsnährstandes. Das Ziel der Gründung von Kreis- und auch Ortsbauernschaften bestand darin, die Durchsetzung der nationalsozialistischen Agrarpolitik auch auf örtlicher Ebene zu gewährleisten und zu überwachen. Der Reichsnährstand selbst war 1933 als Körperschaft öffentlichen Rechts gegründet worden, um die ernährungswirtschaftlichen Aufgaben des Staates zu übernehmen. Im selben Jahr wurde ebenfalls das „Reichsnährstandsgesetz“ verabschiedet, welches die Regelung der wirtschaftlichen und auch gesellschaftlichen Angelegenheiten der Mitglieder als eine der Hauptaufgaben des Reichsnährstandes benannte.

Der Sitz der Kreisbauernschaft Malmedy war die Villa Lang, eine Prachtvilla aus dem Jahr 1901. Sie beherbergte zunächst die Tochter des Erbauers Jules Steinbach, und während des zweiten Weltkriegs neben der Kreisbauernschaft auch die Kommandantur der neuen „deutschen“ Gebiete.

Durch den Einbezug in den Reichsnährstand wurden viele bestehende landwirtschaftliche Praktiken der Region Malmedy geändert, um für die angestrebte Autarkie Deutschlands so viele Lebensmittel wie möglich zu produzieren. So wurden z. B. die vollständig eigene Erzeugung des benötigten Düngers angestrebt oder wirtschaftlich genutzte Fläche zum Anbau
von Gemüse und Kartoffeln in Ackerland umgewandelt. Außerdem führte der Reichsnährstand bspw. Einheitspachtverträge ein, da der Boden nicht mehr als Handels- bzw. Spekulationsobjekt genutzt werden sollte.
ARCHIVBESTAND
Der Bestand wurde gemäß dem Provenienzprinzip aus dem Bestand der Stadt Malmedy ausgesondert. Für die Einsichtnahme in diesen Archivbestand ist eine Sondergenehmigung erforderlich und muss eine Nachforschungerklärung ausgefüllt werden.