Der nachstehende Beitrag behandelt die Geschichte der Institution Pfarrei St. Peter in Ouren zwischen 1291 und 1983. Er wurde im Rahmen der Inventarisierung der Akten der Pfarren durch das Staatsarchiv in Eupen erstellt. Ursprünglich enthält der vorliegende Text weiterführende Informationen und Fußnoten. Diese Informationen können in der Printversion des Inventars konsultiert werden.
Alle Akten, die mit der Pfarrei St. Peter zu tun haben und sich im Staatsarchiv in Eupen befinden, können im Prinzip im Staatsarchiv in Eupen eingesehen werden. Es können für Teile der Akten auch anderslautende Bestimmungen in Bezug auf die Einsichtnahme existieren.
Falls Sie weitere Informationen zu der Institution benötigen oder gerne Akten einsehen möchten, können Sie sich gerne an das Staatsarchiv in Eupen wenden: staatsarchiv.eupen@arch.be
DIE PFARREI OUREN, IHRE GESCHICHTE UND IHR ARCHIV
Die Geschichte der Ortschaft Ouren ist eng verknüpft mit der Burg und dem Geschlecht gleichen Namens. Bereits 1136 wird ein „Cono de Ore“ in einer Urkunde der Abtei Prüm erwähnt. Ein Alexander von Ouren war von 1164 bis 1167 Bischof von Lüttich. Als weitere Angehörige der im 14. Jahrhundert ausgestorbenen Familie derer von Ouren werden unter anderen noch genannt: 1169 und 1183 Cuno und Arnulf von „Ure“, 1214 Ägidius von Ouren sowie 1263 Heinrich von Ouren, der der Kirche von Himmerod den Zehnten von Consthum schenkte.
Bis zum Ende des Ancien Régime war Ouren Mittelpunkt einer Herrschaft oder Freiheit im Herzogtum Luxemburg. Oberhof des Ourener Gerichts war das Gericht in Vianden.
Die auf einem kleinen Plateau mitten im Ort gelegene Burganlage mit Zugang von Westen wurde anscheinend im 16. und nochmals zu Beginn des 17. Jahrhunderts neu errichtet.
Nach der Annexion des Luxemburger Landes durch die Französische Republik am 1. Oktober 1795 kam Ouren zum Kanton Reuland, einer Unterteilung des Ourthedepartements. Nach Aufhebung dieses Kantons durch die französische Konsularregierung im Jahre 1800 wurde Ouren, gelegen in der „Mairie“ Reuland, dem Kanton St. Vith zugeteilt.
Die Burg stand noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, war allerdings unbewohnt. In der Folgezeit verfiel sie völlig.
Unter preußischer Herrschaft, von 1815 bis 1920, war Ouren Teil der Bürgermeisterei „Burgreuland“, deren Bezirk mit dem der französischen „Mairie“ Reuland übereinstimmte.
Innerhalb der Rheinprovinz gehörte Burgreuland zuerst zum Kreis St. Vith, und, nach dessen Aufhebung im Jahre 1821, zum Kreis Malmedy, dessen übergeordnete Verwaltungsinstanz die Regierung in Aachen war.
Mit Beginn der belgischen Zeit kam im Jahre 1920 die nun „Burg-Reuland“ geschriebene Gemeinde, Ouren eingeschlossen, an den Kanton St. Vith, der 1925 dem Bezirk Verviers und der Provinz Lüttich zugeteilt wurde.
Zwischen Mai 1940 und September 1944 galt erneut die deutsche Verwaltungseinteilung. Ouren war nun Teil der Bürgermeisterei Reuland, die mit der Gemeinde Beho (ohne Commanster) das Amt Burg-Reuland bildete. Dieses gehörte zum Kreis Malmedy, einer Unterteilung des Regierungsbezirks Aachen.
Nach 1945 wurden die belgischen Verwaltungsstrukturen wieder hergestellt.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung von 1976 legte der Gesetzgeber die Gemeinden Burg-Reuland (mit Ouren, Oberhausen und Stoubach) und Thommen zusammen. Die neue Großgemeinde trägt den Namen Burg-Reuland.
I. DIE GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER PFARREI
Mit Arzfeld, Harspelt und Lützkampen gehörte Ouren ursprünglich wohl zur Pfarrei Daleiden. Allerdings ließen die Herrn von Ouren in den genannten Ortschaften schon früh Kirchen errichten. Rund um diese „Eigenkirchen“ entstanden nach und nach neue Pfarrbezirke, deren Patronat sich die Herrn von Ouren vorbehielten.
Mit „Viricus de Oure“ wird 1243 erstmals ein Pfarrer in Ouren genannt. „Wiricus de Houreni“, erwähnt 1256, und Wiricus, der in Urkunden von 1263 und 1274 als Zeuge auftritt, dürften mit dem genannten „Viricus“ identisch sein. In einer die Pfarrei Dürler angehenden Urkunde kommt 1314 Nikolaus „de Wuren“ als Dechant des Dekanates Stavelot, einer Unterteilung des Erzdiakonats Ardennen im Bistum Lüttich vor. Vielleicht war er auch Pfarrer in Ouren. Mit Sicherheit fungierte 1337 als solcher Ägidius von Ouren, ein Sohn des damaligen Herrn von Ouren, Johann.
In der ältesten noch im Ourener Pfarrarchiv vorhandenen Urkunde ist 1391 die Rede von den „momperen“ der St. Peterskirche „zu Ouren“ . Die relativ frühe Erwähnung dieser Laien, die den Ortsgeistlichen in allen die Pfarrei betreffenden materiellen Belangen vertraten, deutet sicherlich auf ein schon damals fest gefügtes, eigenständiges Pfarrleben in Ouren hin. Zahlungen an die „momper“ sind auch im 15. Jahrhundert immer wieder belegt.
Mit Johann Pauwes wird 1499 wieder ein Pfarrer in Ouren genannt. Vielleicht war der 1533 vom Herrn von Ouren zum Pfarrer daselbst ernannte Friedrich von Lascheid (Landscheit) Pauwes‘ Nachfolger. Friedrich von Lascheid erhielt gleichzeitig die Pfarrei Lützkampen. Letztere war seit jeher eng mit Ouren verbunden und der Pfarrer für beide Ortschaften der gleiche.
Da die Pfarrer ihren Wohnsitz in Ouren hatten, erschien Lützkampen gelegentlich als „Filialkirche“. Kirchenrechtlich war der Ort jedoch völlig autonom und seine Bevölkerung wusste Bevormundungsversuche der Ourener stets erfolgreich abzuwehren. Im 18. Jahrhundert unterzeichneten die Pfarrer gelegentlich als „pastor in Ouren et Lützkampen“. Beide Pfarreien gehörten bis 1802 zum Dekanat (Kapitel) Stavelot im Erzdiakonat Ardennen des Bistums Lüttich.
Während in Ouren 1604, 1606, 1615 und 1630 Visitationen durch den Erzdiakon der Ardennen stattfanden, erklärte der Dechant des Dekanates Stavelot 1649 bezüglich Lützkampen, dass dieser Sprengel weder von seinen Vorgängern noch von den Erzdiakonen visitiert worden sei, weil dem dortigen Pfarrer sowohl das Recht der Visitation als auch der Korrektur der Delinquenten zukomme.
Mehrere Quellen berichten, dass Pfarrer Johann von Lascheid 1544 oder 1558 seinem Bruder Friedrich als Pfarrer von Ouren und Lützkampen nachgefolgt sei. Allerdings wird Johann 1548 als Pfarrer in Harspelt und Friedrich 1560 noch immer als Pfarrer in Ouren erwähnt. Hatte letzterer vielleicht nur auf die Pfarrei Lützkampen verzichtet?
Ab 1573 waren als Pfarrer tätig: Weirich (Viricius, Friedrich) Leur(r)en (Lauren, Lurchen, Leuwer) bis 1608, Paul (Fabritius oder Mychaelis) Binsfeld (1608-1645), Thomas Heinrich Binsfeld (1645-um 1660) , Heinrich (von) Steffeshausen (1660-1684), Theodor Lommers (1684-1690), Johann Baptist Heintz (1690-1733), Nikolaus Scheurette (1733-1759), Johann Baptist Koch (1759-1787), Johann Georg Rütter I. (1787-1795), Johann Georg Rütter II. (1796-1803).
Die Pfarrer Steffeshausen, Heintz und Scheurette fungierten ebenfalls als Definitoren des Dekanates Stavelot, Steffeshausen und Scheurette zudem noch als Offiziale. Auf welche Aufgaben sich diese Bezeichnungen im einzelnen bezogen, ist allerdings nicht mit letzter Klarheit zu ermitteln.
Folgende Priester werden vor 1803 als Kapläne („vicarius, sacellanus, sacellanus domesticus“), Frühmessner („primissarius“), Küster oder Hilfsgeistlicher allein in Ouren oder in Ouren und Lützkampen genannt: Johannes Dalem (um 1608), Petrus von Limerlé (um 1615), Martin Baustert (um 1687-um 1717), Johann Adam Betz (um 1700-um 1707), Johann Leidenborn (um 1702-um 1713), Nikolaus Crühl (um 1713-um 1721), Martin Molitor (um 1717-um 1719), Wilhelm … (um 1719-um 1724), Nikolaus Scheler (um 1719-um 1722), Johann Borthimus (um 1722-um 1728), Theodor Oblet (um 1724-um 1741), Christian Pinth (um 1725-um 1736), Johann Plüger (um 1727-1728), Kochs (um 1728), Ludwigs (um 1729), Franz Craus (um 1729-um 1737), Christoph … (um 1731), Friedrich … (um 1731), Theodor Faber (um 1731-um 1735), Johann Jakob Hermanns (um 1734-um 1743), Bleissen (um 1737-1738), Johann Clesen (um 1737-um 1739), Mores (um 1738), J.J. Scheurette (um 1738-um 1747), Bernhard Göbels (um 1739), Johann Neubusch (um 1739), Karl Kettmann (um 1745-um 1753), Hubert Reuter (um 1746-um 1773), Anton Becker (um 1747), Peter Koner (um 1754-um 1758), N. Strasser (um 1759-1760), Johann Georg Kesch (um 1761-um 1772), Johann Cales (um 1762-1763), Caspar Huberty (um 1770-um 1772), G. Langes (um 1771-um 1773), J.M. Colles (um 1772-um 1784), Heinrich Hermanns (um 1772-1773), M.H. Thienes (um 1775-um 1777), J. Majeres (um 1779-um 1786), J.P. Peters (um 1781-1782), Anton Roders (um 1781-um 1789), Johann Georg Rütter (um 1790-1796), Andreas Köner (um 1791-1792), Paul Heinen (um 1794-um 1796), Martin Schmitz (um 1796-um 1800) .
Einige der Vorgenannten werden ausdrücklich als „Schloßkaplan“, also als Hausgeistliche der Herrn von Ouren bezeichnet. In diesem Zusammenhang sei auf einen Bericht vom Beginn des 19. Jahrhunderts verwiesen, in dem die Kapelle der Burg Ouren noch als gut erhalten und mit einem Altar versehen geschildert wird. Zusammen mit der Burganlage ist sie später verfallen. Einen der beiden Seitenaltäre der Ourener Pfarrkirche schmückt heute ein Gemälde des hl. Joseph, das aus der ehemaligen Schloßkapelle stammt.
Die Pfarrkirche, im hochgelegenen, nach ihr benannten Ortsteil Peterskirchen gelegen, stammt vermutlich im wesentlichen aus dem 12.-13. Jahrhundert. Sie ist jedoch nicht das erste Ourener Gotteshaus. Noch 1787 war die Flurbezeichnung „an der alten Capell“ geläufig. Sie verwies auf einen mitten im Dorf, am linken Ufer der Our gelegenen Bau, der wahrscheinlich erst im Spätmittelalter verschwunden war. Der baufällige Chor der Pfarrkirche wurde 1741 erneuert. Im Archiv der Pfarrei Reuland befindet sich diesbezüglich ein Schuldschein über einen Betrag von 70 Taler jeder zu 35 Stüber, den Pfarrer Scheurette und die „mompfer“ von Ouren „zur Aufferbauung“ des Chors ihrer Pfarrkirche von der Pfarrei Weweler geliehen hatten . Damals wurde ebenfalls dem Kirchturm eine Eingangshalle vorgelegt. Die Sakristei stammt aus dem Jahre 1913.
Das Pfarrhaus wurde beim Amtsantritt von Pfarrer Scheurette 1734 als baufällig und unbewohnbar beschrieben. 1735 erhielt der Pfarrer die Genehmigung zum Bau eines neuen Pfarrhauses samt Scheune und Stallungen. Baumeister war Andreas Schlatter aus Wiltz . In der Folge erhoben die Eingesessenen von „Ouren und Peterskirchen“ Klage gegen die Einwohner von Lützkampen, weil diese sich weigerten, einen Beitrag zu den Baukosten zu leisten. Die Klage wurde 1762 vom Provinzialrat in Luxemburg kostenpflichtig abgewiesen. Auch die Berufungsklage vor dem Großen Rat in Mecheln hatte keinen Erfolg . Im Laufe des 19. Jahrhunderts vorgenommene Umbauten haben das Gesamtbild des Anwesens nicht wesentlich verändert.
In dem zur Herrschaft und Pfarrei gehörenden Dorf Oberhausen (1495 zählte es 6 Feuerstätten) wurde auf Betreiben des dortigen Schloßherrn 1720 eine dem hl. Antonius von Padua geweihte Kapelle errichtet und von den Bewohnern dotiert . Ihre Konsekration durch den Lütticher Weihbischof Louis François Rossius de Liboy erfolgte 1721 . Im Jahre 1937 mußte sie einem Neubau weichen.
Im Zuge der konkordatären Neuordnung der unter französischer Herrschaft stehenden Diözesen kam Lützkampen 1802 an das Bistum Trier während Ouren mit Oberhausen und Stoubach bei Lüttich verblieb. 1803 erhielt Ouren den Rang einer „succursale“ (Hilfspfarrei). Hierarchischer Vorgesetzter des Pfarrers – „desservant“ genannt – war der Kantonalpfarrer in St. Vith.
Im Jahre 1818 wurde die Pfarrei Ouren dem Generalvikar des 1802 errichteten Bistums Aachen, den der Hl. Stuhl zum Apostolischen Administrator u.a. der Pfarreien des Kantons St. Vith ernannt hatte, unterstellt. Infolge der Bestimmungen der päpstlichen Bulle „De salute animarum“ kam sie 1821 an die wiederhergestellte Erzdiözese Köln und innerhalb derselben 1827 an das Dekanat St. Vith. Mit diesem wurde sie 1921 dem Bistum Eupen-Malmedy und 1925 dem Bistum Lüttich zugeteilt. Wie das gesamte Dekanat St. Vith stand sie, bedingt durch die politischen Verhältnisse, von Juni 1940 bis September 1944 unter der Verwaltung der Diözese Aachen, ohne jedoch kirchenrechtlich dorthin eingegliedert zu sein.
Der Weiler Stoubach wurde 1869 von Ouren abgetrennt und der Pfarrei Reuland zugeteilt.
Nach 1803 waren als Pfarrer in Ouren tätig: Johann Georg Rütter II. (bis 1825), Johann Nikolaus Stecker (1825-1857), Johann Peter Stecker (1857 als Pfarrverwalter, 1858-1881 als Pfarrer), Heinrich Kappes (1881-1886 als Pfarrverwalter, gleichzeitig Pfarrer in Reuland), Ludwig Voshege (1886-1891), Peter Joseph Müller (1891-1893 als Pfarrverwalter, gleichzeitig Pfarrer in Steffeshausen), Heinrich Joseph Fischer (1893-1907), Hubert Franz Xaver Kuetgens (1907-1914), Nikolaus Reuter (1914-1915 als Pfarrverwalter, gleichzeitig Rektor in Bracht), Johann Heinrich Nelles (1915-1922), Heinrich Kretschmer (1922-1924), Michael Schanck (1924-1928), Wilhelm Joseph Rongen (1928-1936), Georg Hubert Berger (1936 als Pfarrverwalter, gleichzeitig Pfarrer in Krewinkel, 1937-1938 als Pfarrer), Julianus Groot (1938-1945 als Pfarrverwalter), Adrianus Daverveldt (1945-1953), Godfried Carl Joseph Velden (1953-1985), Willy Kessel (seit 1985). Pfarrer Kessel ist auch für die Pfarreien Reuland und Steffeshausen zuständig.
Als in Ouren residierende Kapläne werden nach 1803 genannt: Heinrich Urhausen (um 1806), Johann Nikolaus Stecker (1810-1825), Johann Schilling (um 1830-um 1833), Johann Peter Stecker (1841-1858). Die Genannten waren auch als Lehrer tätig. Nach 1858 wurde für die Pfarrei Ouren kein Hilfsgeistlicher mehr bestellt. 1943 ist die Tätigkeit von Pater Peter Wehren M.S.F. als „vicarius oeconomus“ nachgewiesen.
Bei der Visitation durch den Erzdiakon der Ardennen im Jahre 1604 zählte die Pfarrei Ouren 130 Kommunikanten. Bis in unsere Zeit entwickelte ihre Bevölkerungszahl sich wie folgt: 547 Einwohner im Jahre 1846, 463 (326 in Ouren, 98 in Oberhausen, 39 in Stoubach) im Jahre 1857, 348 (278 in Ouren, 70 in Oberhausen) im Jahre 1911 und 150 im Jahre 1991.
Pfarrpatron ist der hl. Apostel Petrus.
II. DAS PFARRARCHIV
Um die Ordnung des Pfarrarchivs hat sich besonders Pfarrer Hubert Franz Xaver Kuetgens (1907-1914) verdient gemacht. Er legte als erster ein Urkundenbuch an, dass alle für die materiellen Belange der Pfarrei maßgeblichen Archivalien chronologisch geordnet in Regestenform aufführte. Den Stiftungsurkunden widmete er dabei ein besonderes Augenmerk .
In seiner 1909 erschienenen Übersicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz hat Dr. Johannes Krudewig 1909 sechs Pergament- und fünf Papierurkunden aus dem 14., 15., 16., 17. und 18. Jahrhundert ausführlicher beschrieben und zusammengefaßt. Das älteste Stück geht zurück auf das Jahr 1391. Die übrigen Archivalien werden nur summarisch aufgezählt . Desweiteren ist der Arbeit Krudewigs zu entnehmen, dass die älteren Kirchenbücher der Pfarrei Ouren damals im Bürgermeisteramt in Reuland aufbewahrt wurden .
Während der Monate März und April 1996 nahm der Leiter des Staatsarchivs Eupen, Dr. Alfred Minke, im Reuländer Pfarrhaus das Bewerten und Verzeichnen des dortigen Pfarrarchivs vor. Bei dieser Gelegenheit bat Pfarrer Willy Kessel, seit 1985 ebenfalls zuständig für Ouren, Dr. Minke, auch das Archiv dieser Pfarrei in Augenschein zu nehmen. Die Inspektion ergab, dass die Archivalien der Pfarrei Ouren in einem der Kirchenfabrik vorbehaltenen Raum im Erdgeschoß des Pfarrhauses im Ourener Ortsteil Peterskirchen in gutem und geordneten Zustand untergebracht, Buchführungsunterlagen das 19. und 20. Jahrhundert betreffend jedoch kaum vorhanden waren.
In Anbetracht, dass das Pfarrhaus, mit Ausnahme des Versammlungsraumes der Kirchenfabrik, von einem Mieter bewohnt wurde und der Einzug eines neuen Pfarrers unwahrscheinlich war, beschlossen Pfarrer Kessel und der Kirchenfabrikrat von Ouren das dortige Pfarrarchiv im Staatsarchiv Eupen zu deponieren. Die Überführung erfolgte am 9. Oktober 1996. Der entsprechende Depositalvertrag wurde von den Herrn Mathieu Waxweiler und Mathias Baesch in ihrer Eigenschaft als Präsident bzw. Sekretär des Kirchenfabrikrates unterzeichnet und vom Generalarchivar des Königreichs Belgien, Dr. Ernest Persoons, gegengezeichnet.