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Pfarrei Aldringen

Pfarrei Aldringen

Der nachstehende Beitrag behandelt die Geschichte der Pfarrei Aldringen zwischen 1580 und 1988. Er wurde im Rahmen der Inventarisierung der Akten der Pfarren durch das Staatsarchiv in Eupen erstellt. Ursprünglich enthält der vorliegende Text weiterführende Informationen und Fußnoten. Diese Informationen können in der Printversion des Inventars konsultiert werden.

Alle Akten, die mit der Pfarre Aldringen zu tun haben und sich im Staatsarchiv in Eupen befinden, können im Prinzip im Staatsarchiv in Eupen eingesehen werden. Es können für Teile der Akten auch anderslautende Bestimmungen in Bezug auf die Einsichtnahme existieren. Falls Sie weitere Informationen zu der Institution benötigen oder gerne Akten einsehen möchten, können Sie sich gerne an das Staatsarchiv in Eupen wenden: staatsarchiv.eupen@arch.be

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Der Hauptarchivbildner ist die Kirchenfabrik der Pfarrei Aldringen. Die Nebenarchivbildner sind der Pfarrer von Aldringen, die Sankt-Hubertus-Bruderschaft, die Kongregation der „Unbefleckten Empfängnis der glücklichen Jungfrau Maria”, der „Schutzengelverein” oder „Kindheit-Jesu-Verein” sowie der „Verein der Heiligen Familie in Aldringen”.

GESCHICHTE DER PFARRE ALDRINGEN

Römerzeitliche Funde bestätigen das hohe Alter der Ortschaft Aldringen. Es ist möglich, dass in der Zeit der frühen Christianisierung ein kleines Kirchlein das vermutlich Jupiter geweihte heidnische Heiligtum verdrängt hat, das an einer römischen Verbindungsstraße lag, die von Beho kam und weiter nach Maldingen in Richtung der Heerstraße Reims-Köln zog. An dieser Straße wurden im Jahre 1928 mehrere Brandgräber entdeckt, deren Reste in das 1944 zerstörte Heimatmuseum nach St. Vith kamen.

Aldringen gehörte zum Fiskus des Königsgutes Thommen, dessen Kirche und Zehntabgabe Kaiser Ludwig der Fromme im Jahre 814 der Abtei Stablo-Malmedy bestätigte. Da der Pfarrer von Thommen jedoch keinerlei Ansprüche auf den Zehnt in Aldringen erhob (wohl aber in Dürler, Lengeler und Espeler), wird vielfach die Ansicht vertreten, dass die Kirche von Aldringen, schon vor dem Jahre 814 von der Mutterkirche Thommen abgetrennt wurde – eine Ansicht, die jedoch keine zwingende Begründung hat. Laut Notizen im Pfarrarchiv soll bereits im 11. Jahrhundert eine Kirche im „Alger“ bestanden haben, doch fehlt der genaue urkundliche Beleg, so dass wir die Erwähnung von 1130/31 über die „Ecclesia de Holdrehenge“ als die erste urkundliche Bezeugung des Ortes und seiner Kirche in Betracht ziehen müssen. Die Kirche war damals schon Pfarrkirche im Dekanat Stablo, während der Ort zu Thommen gehörte. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist „Oderanhes“, das 1185 genannt wird, ebenfalls mit Aldringen identisch.

Die Kirche von Aldringen mit dem alten Martinus-Patrozinium war Pfarrkirche von Maldingen und Bochholtz, das jedoch 1620 aus dem alten Pfarrverband ausschied und selbstständige Pfarre wurde. Von der ältesten Anlage der Kirche wurden bei Renovierungsarbeiten in den Jahren 1963 und 1964 einige Fundamentreste freigelegt. Sie umfassten einen Innenraum von 8,50 m im Quadrat im Anschluss an den Turm. Auch konnten die Ausmaße des gotischen Kirchenbaus ermittelt werden. Um 1699 war das gotische Gotteshaus renoviert worden; es war dieser Bau, der bis 1963 bestanden hat. Von der ältesten Anlage ist im Kern der romanische Kirchturm erhalten.

Aldringen war eine „quarta capella“. Das Präsentationsrecht übte der Herr von Esch aus. Zumindest tritt diese Familie 1604, 1683 und 1707 als Kollator in Aldringen auf.

Im Lagerbuch der Pfarre wird im Jahre 1604 auch eine dem hl. Laurentius geweihte Kapelle genannt. Die Einkünfte derselben werden in den Pfarrregistern von 1704-1740 aufgeführt. Heute ist die Kapelle verschwunden. Allgemein wird angenommen, dass die alten rund 70 cm hohen Eichenstatuen der hhl. Laurentius, Eligius, Johannes Evangelist und der Muttergottes, die sich heute in der Pfarrkirche befinden, aus dieser Kapelle stammen.

Anhand von Notizen aus dem Aldringer Pfarrarchiv konnte Pfarrer Nols die folgende Liste der Pfarrer bis 1968 zusammenstellen (siehe Notizen zur Geschichte der Pfarre Aldringen, in: Jahrbuch Eupen Malmedy St. Vith für Geschichte Wirtschaft und Kultur, Bd. 2, 1967, S. 47):

  1. Francho (Franco) der Oderanhes/Auderhanges, erwähnt 1185; im Falle einer Identifizierung „Oderanhes“ mit Aldringen könnte Francho als Pfarrer in Aldringen angesehen werden.
  2. Theobald: Dechant, erwähnt 1292 und 1298
  3. Heinrich von Buspron: erwähnt 1385
  4. Ägidius von Bilsdorf (Bilstorff): Dechant, erwähnt 1575
  5. Johannes Limerles alias Michault: 1584
  6. Gangolf Bochoult (od. Bocholtz): 1603-1611
  7. Johann Aldringen: 1654-1673
  8. Leonhard Aldringen: 1673-1701
  9. Nikolaus Weles aus Holler: 1701-1709
  10. Johann Franz Wycourt: 1709-1760
  11. Johann Baptist Crendal: 1760-1775
  12. Johann Nik. Crendal: 1775-1817
  13. Nikolaus Crendal: 1817-1849.
  14. Adam Thomas aus Oberhausen (b. Ouren): 1849-1877.
  15. Andreas Vinzenz Lemmens: 1877-1891
  16. Adam Leuffgen: 1892
  17. Konrad Wirtz: 1892-1896
  18. Karl Joseph Hugo Ningelgen: 1896-1903
  19. Friedrich Lippold: 1903-1911
  20. Joseph Roderburg: 1911-1916
  21. Leonard Vanderbrocken (van der Broeck): 1916-1929
  22. Sebastian Joseph Fütterer: 1929-1953
  23. Jakob Nols: 1954-1968

Nach Pfarrer Nols folgte Joseph Schifflers, der von 1968 bis 1989 die Geschicke der Aldringer Pfarre leitete. Nachdem Joseph Schifflers im Herbst 1989 die vakante Pfarrstelle in Auel-Steffeshausen angetreten hatte, wechselte Georg Poerters, der bis dahin in Heppenbach tätig war, nach Aldringen. Nach der Pensionierung von Georg Poerters Ende 1998 nahm der aus Neidingen stammende Seelsorger Batty Hack den Dienst im Pfarrverbund Aldringen/Maldingen/Braunlauf wahr. Im Juli 1999 wurde er offiziell in sein neues Amt als Pfarrer von Aldringen eingeführt. Seit September 2003 ist Batty Hack Pastor für die Pfarren Aldringen, Dürler, Oudler und Thommen sowie für die angegliederten Kirchen und Kapellen.

Zur Pfarre Aldringen gehören auch die Ortschaften Maldingen und Braunlauf, die beide seit Jahrhunderten über eine eigene Kirche verfügen und beide bis kurz vor 1900 stets einen eigenen Geistlichen hatten. Die beiden letzten Rektoren waren in Maldingen Rektor Heinrich Steinbüchel in den Jahren 1865-1885 und in Braunlauf Vikar Johann Hüpgen (1864-1887). Aldringen hatte bis 1827 außer dem Pfarrer noch einen Kaplan, so dass früher in der Pfarre Aldringen vier Geistliche vorhanden waren.

In früheren Zeiten gehörte auch Beho zur Pfarre Aldringen, so dass die Pfarrkirche damals im Zentrum der Pfarre lag, während sie heute am Rande liegt. Schon am 20. Oktober 1326 wird in einer Urkunde die Kapelle zum hl. Petrus in Bocholtz genannt. In den Jahren 1604 und 1615 wird sie noch als von Aldringen abhängig bezeichnet. Im Jahre 1624 aber hatte sie bereits einen eigenen Pfarrer nebst Kaplan, denn am 26. Oktober 1624 wurde Laurentius Molitoris zum Koadjutor des Pfarrers von Beho ernannt.

Die Ortschaft Maldingen wird i. J. 1495 bei Grob und Vannerus mit 7 Feuerstellen aufgeführt, bestand aber bereits viel früher, denn auch sie besaß schon im 11. Jahrhundert eine Kapelle. Sie gehörte zum Hofe Thommen und der Herr von Reuland erhob dort den Hardzehnten. Diese Kapelle, die 1688 im Kapitalien-Register des Pfarrarchivs genannt wird, wurde 1776 durch einen Neubau ersetzt. Wegen des schlechten Zustandes dieser Kapelle wurde an ihrer Stelle eine neue große Kirche i. J. 1926 errichtet; die alte Kapelle blieb bestehen, erlitt jedoch in der Rundstedtoffensive so große Beschädigungen, dass sie 1955 abgebrochen werden musste.

Die Ortschaft Braunlauf erscheint bereits im Jahr 915 unter dem Namen Brunafa und im Jahr 1140 als Brunefa. Im Mittelalter wurde sie Bronhoff genannt. Sie gehörte ebenfalls zum Hofe Thommen. Die bisherige Kapelle wurde 1704 vom Erzbischof von Köln genehmigt und 1706 vollendet. Bis 1803 gehörte sie zur Pfarre Thommen, wurde dann aber auf Antrag der Ortsbewohner der Pfarre Aldringen einverleibt. Der Turm wurde vor ca. 100 Jahren und die Sakristei 1898 angefügt. In den Jahren 1964/65 wurde sie durch einen Neubau nach den Plänen des Architekten Robert aus Gouvy ersetzt.

Bis zum Jahre 1802 gehörte die Pfarrei Aldringen zum Dekanat (Kapitel) Stavelot im Erzdiakonat Ardennen des Bistums Lüttich.

Im Jahre 1818 wurde die Pfarrei Aldringen dem Generalvikar des 1802 errichteten Bistums Aachen, den der Hl. Stuhl zum Apostolischen Administrator u.a. der Pfarreien des Kantons St. Vith ernannt hatte, unterstellt. Infolge der Bestimmungen der päpstlichen Bulle „De salute animarum“ kam sie 1821 an die wiederhergestellte Erzdiözese Köln und innerhalb derselben 1827 an das Dekanat St. Vith. Mit diesem wurde sie 1921 dem Bistum Eupen-Malmedy und 1925 dem Bistum Lüttich zugeteilt. Wie das gesamte Dekanat St. Vith stand sie, bedingt durch die politischen Verhältnisse, von Juni 1940 bis September 1944 unter der Verwaltung der Aachener Diözesanleitung, ohne jedoch kirchenrechtlich in das Bistum Aachen eingegliedert zu sein. Derzeit gehört die Pfarrei Aldringen zum Pfarrverband Burg-Reuland im Dekanat St. Vith. Pfarrpatron ist der Heilige Hubertus.


ARCHIV
Das Archiv der Pfarrei Aldringen wurde bis 2009 im Pfarrhaus in Maldingen aufbewahrt.
Am 18. März 2009 inspizierte Sektionsleiter Prof. Dr. Alfred Minke das Archiv im Pfarrhaus in Maldingen. In seinem Bericht vom 19. März 2009 empfahl er den Pfarrverantwortlichen das in Maldingen lagernde Archivgut aus Sicherheitsgründen und zwecks Gewährleistung einer fachgerechten Konservierung umgehend ins Staatsarchiv Eupen zu überführen, um dort sachkundig inventarisiert und verpackt zu werden. Prof. Dr. Minke schlug ferner vor nach der Inventarisierung alle Archivalien aus der Zeit vor 1945 für 30 Jahre im Staatsarchiv zu deponieren und das Archivgut aus der Zeit nach 1945 sowie personenbezogene Unterlagen, die jünger als 100 Jahre alt sind, ins Pfarrhaus von Oudler zu überführen. Die Pfarrverantwortlichen beherzigten diese Empfehlung und am 9. Oktober 2009 konnte das Archiv der Pfarrei Aldringen ins Eupener Staatsarchiv überführt werden.


INHALT UND STRUKTUR

Der Bestand der Pfarrei Aldringen umfasst 867 Nr. Das Archiv der Kirchenfabrik bildet den größten Teil (773 Nr.). Dem Archiv des Pfarrers konnten 58 Nr. zugeordnet werden. Fünf Nr. betreffen die Sankt-Hubertus Bruderschaft, 2 Nr. den Schutzengelverein „Päpstliches Werk der hl. Kindheit” und jeweils eine Akte die Kongregation der „Unbefleckten Empfängnis der glücklichen Jungfrau Maria“, den „Aldringer Schutzengelverein“ und den „Verein der Heiligen Familie“. Hinzu kommen 7 Nr. mit persönlichen Archiven des Pfarrers, einen Nachtrag (5 Nr.) sowie 19 Nr. Dokumentation.

Die Aufteilung des Inventars entspricht der Zuordnung der Akten zu den unter III A genannten Archivbildnern sowie den allgemeingültigen Regeln des belgischen Staatsarchivs für die Inventarisierung von Pfarrarchiven.
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