Der nachstehende Beitrag behandelt die Geschichte der Pfarrei Rodt/ Hinderhausen zwischen 1723 und 1992. Er wurde im Rahmen der Inventarisierung der Akten der Pfarren durch das Staatsarchiv in Eupen erstellt. Ursprünglich enthält der vorliegende Text weiterführende Informationen und Fußnoten. Diese Informationen können in der Printversion des Inventars konsultiert werden.
Alle Akten, die mit der Pfarrei Rodt/ Hinderhausen zu tun haben und sich im Staatsarchiv in Eupen befinden, können im Prinzip im Staatsarchiv in Eupen eingesehen werden. Es können für Teile der Akten auch anderslautende Bestimmungen in Bezug auf die Einsichtnahme existieren. Falls Sie weitere Informationen zu der Institution benötigen oder gerne Akten einsehen möchten, können Sie sich gerne an das Staatsarchiv in Eupen wenden: staatsarchiv.eupen@arch.be
GESCHICHTE DES ARCHIVBILDNERS UND DES ARCHIVBESTANDS
NAME
Der Hauptarchivbildner ist die Kirchenfabrik der Pfarrei Rodt/Hinderhausen.
GESCHICHTE
Kirchliche Gebäude in Rodt und Hinderhausen
Die eigentliche Entstehung konnte nie genau ermittelt werden. Vermutlich haben sich in Rodt wegen der geschützten Lage Menschen und Tiere schon zu frühen Zeiten niedergelassen. Außerdem mögen die reichen Wasservorkommen für eine Besiedlung von entscheidender Bedeutung gewesen sein.
Eine Kapelle wurde zum ersten Mal 1678 in Rodt erwähnt und im Jahre 1834 wurde diese durch einen Neubau ersetzt. Die Ausstattung wurde größtenteils von der abgerissenen Kapelle übernommen, so z.B. war der Altar in schlichten Rokokoformen in Holz und mit Reliefbildern einer Wüstenlandschaft versehen.
Diese Kirche, die dem hl. Cornelius geweiht war, besaß ebenfalls eine Holzfigur vom hl. Cornelius. Diese Arbeiten stammten aus dem 18. Jahrhundert. Während der Ardennen-Offensive wurde diese Kirche schwer beschädigt. 1947 entwarf der St.Vither Architekt Robert Linden den Plan zum Neubau der Pfarrkirche. Das Werk konnte aber erst 9 Jahre später, im Sommer 1956, eingeweiht werden.
Erst 1972 wurde der jetzige Kirchturm erbaut.
Die Innenausstattung der Kirche weist einige Holzschnitzereien auf. Die Kreuzigung Christi besteht aus Keramik, der untere Teil des Hauptaltars sowie der Tabernakel weisen Reliefschnitzereien mit verschiedenen Szenen aus der Bibel auf. Weitere Teile wurden durch Pfarrer Jägers angeschafft: der schwere Kredenztisch, die einfachen und schlichten Kerzenleuchter sowie die roten Teppiche.
ARCHIVBESTAND ÜBERNAHME
Eine erste Inspektion des Archivs der Kirchenfabrik in Rodt wurde im April 2013 von Dr. René Rohrkamp und Els Herrebout durchgeführt. Aus dem Vermerk vom 26. April 2013 werden die Gründe für die Übernahme des in Rodt lagernden Archivguts in das Staatsarchiv in Eupen deutlich. Das Pfarrhaus in Rodt wurde im Jahr 2013 verkauft und die Pfarrverantwortlichen begrüßten deshalb die Empfehlung, das Archivgut beim Staatsarchiv in Eupen zu deponieren. Die Unterlagen wurden im Laufe des Jahres gesammelt, da sie sich an unterschiedlichen Orten befanden. Danach erfolgte die Vorklassierung, Ordnung und Verpackung der Archivalien. Es entstanden ca. fünf Archivdosen. Im Staatsarchiv in Eupen fand eine sachkundige Inventarisierung, Entmetallisierung, Umbettung sowie Lagerung statt. Grundlage für das Deponat ist ein zwischen der Kirchenfabrik in Rodt und dem Generalstaatsarchiv und den Staatsarchiven in den Provinzen abgeschlossener Depositalvertrag mit einer zunächst 30-jährigen Laufzeit.
INHALT UND STRUKTUR
Die Akten spiegeln ein für die Laufzeit typisches Bild der Arbeit einer Kirchenfabrik im südlichen Teil der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das Gros der Archivalien behandelt die Finanzverwaltung und die Bewirtschaftung des Pfarreigentums bzw. -vermögens durch die Kirchenfabrik bzw. den Kirchenfabrikrat. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Archivbestands sind die Akten zu den Kriegsschäden an den Kirchengebäuden.
Die Aufteilung des Inventars entspricht den Richtlinien und Empfehlungen für die Behandlung des Archivgutes der Kirchenfabrik und anderer Pfarreinrichtungen von W. DE KEYZER, A. MINKE, M. VAN DER EYCKEN und R. VAN LAERE, Brüssel, 1997, sowie den allgemein gültigen Regeln des Belgischen Staatsarchivs für die Inventarisierung von Archivbeständen.